Aus Kirspe im Sauerland mit dem Bus angereist oder mit dem Radl aus Ungelsheim, 3000 Besucher waren zum Oktoberfest auf die „Sermer Wiesn“ gekommen und genossen einen blau weissen Abend der Extraklasse. „Warum sollen wir bis ins ferne München haben, wenn wir so ein geniales Oktoberfest vor unserer Haustüre haben!“ so die Gäste aus dem Sauerlandstädtchen.

Da hatte sich die „Sebastianer Kompanie“ der Sermer Schützenbruderschaft diesmal aber auch in „Allem“ übertroffen. Das Zelt prangte wiederum im blau weissen Schmuck von Blüten und Girlanden und auf den Tischen fand man Rauten Tischdecken. Von überall strömten die Gäste auf den Festplatz. Da sah man zahllose Damen in feschen Dirndln und stramme Männerwaden in Krachledernen im Speckglanz. Da stand Serm den Bajuwaren in Nichts nach. Ein Besucher hatte sich sogar die Haare im blau weissen Rautenmuster der bayerischen Flagge eingefärbt. 

Und wiederum war es Christoph Hansen, der gekonnt durchs Programm führte. Zunächst galt sein Gruß den anwesenden Ehrengästen, darunter Bezirksbürgermeister Dietmar Eliaß sowie die lokale Politik in Person von Brigitte Weber und Volker Haasper, die Vorsitzenden der Bezirksfraktionen von CDU und SPD.

Doch das Zelt stand natürlich Kopf bei der Begrüßung der „Sermer Prominenz“. Die Musikkapelle „Rheintreue Serm“ unter Stabführung von Thomas Löv die neben dem TC Serm unter Leitung von Theo Koths die Schützen im Festzug durch das Dorf von der Gasstätte „Zu den Drei Linden“ in das Festzelt eingespielt hatte, intonierte zu den „Honoratioren“ das passende Musikstück. Da stand an erster Stelle natürlich der Präses der Bruderschaft, Pfarrer Rolf Schragmann, den man mit dem Festmarsch „Tochter Zion“ begrüßte. 

Und natürlich standen auch die drei höchsten Würdenträger aus Serm mit ihrem Hof in nichts nach. Prinz „Pitter I.“ (Dupree) und Hofmarschall „Harry I.“ (Schumann) waren nebst Paginnen erschienen und ihnen schallte der Karnevalsschlager „Einmal Prinz zu sein entgegen“. 

Neben einem Prinzen gibt es in Serm natürlich auch einen König und einen Kronprinzen. Auch diese waren natürlich im Zelt. Für König Dennis Winters und seine Königin Sarah Sbresny sowie Kronprinz Kevin Küpper und Prinzessin Sina Issel und deren Hofstaat spielten die Musiker den „Preußischen Präsentiermarsch“. Ein Riesenapplaus vom Zeltpublikum.

Der offizielle Auftakt des Festes erfolgte natürlich durch den traditionellen Fassanstich von den beiden „Dorfadligen“ Pitter I., der mit 5 Schlägen den Zapfhahn gekonnt in das Fass einschlug, sowie König Dennis Winters und Heinz Hansen von der Sebastianer Kompanie. Ein lautes „O’ zapft is“ eröffnete das Fest.

Und die Sermer hatten eine Musikgruppe der Spitzenklasse auf die Bühne im „Wiesn Zelt“ auf dem „Kasselle Pitter Platz“ geholt. 

Das war geballte „Musikalische Frauenpower aus Bayern“. Adelinde, Birgit, Conny, Maria, Sandi, Steffi, Susal und Ulla, acht Mädels, die als „Isartaler Hexen“ dem Zelt tüchtig einheizten. Bandleaderin Ulla Vater und ihre Maderln legten sofort los, und da hielt es keinem Zeltbesucher auf der Bank und die Tanzfläche war brechend voll. 

Die flotte Susal rief in das Zelt „Pack mer´s! Auf geht’s!“ und Steffi blies in ihr Baritonhorn und im Klatschrhytmus und mit „Zicke zacke, zicke zacke heu heu heu “ kam das Publikum in Fahrt und tanzte auf Tischen und Bänken oder der gut gefüllten Tanzfläche.

Und das Musikprogramm hatte eine Bandbreite von Bayrisch über Alpenrock sowie Schlager, Rock, Pop bis hin zu aktuellen Charts. Und immer wieder fand man dank der beiden „Steirischen“, die von Adelinde und Susal gekonnt und zünftig, ja fast schon ekstatisch gespielt wurden, immer wieder einen bajuwarischen Einschlag in den Stücken. Und natürlich wird ohne Midifiles, Sequenzer usw. gespielt. Einfach nach dem Motto "LIVE ist LIVE!"

Und schon der Auftaktsong „Brave Mädchen kommen in den Himmel…..doch die bösen kommen überall hin!“ wurde von stehendem Applaus gekrönt. „Eine Annahme, die im Falle der Hexen auf jeden Fall zutrifft!“, wie Oberhexe Ulla Vater mit einem zwinkernden Auge anmerkt!

Von Nord nach Süd und Ost nach West sind die 8 Powerfrauen nun seit 1999 in beständiger Manier quer durch die Republik und im benachbarten Ausland unterwegs und erfreuen sich einer immer größer werdenden Fangemeinde. Und das hier so mancher Zeltbesucher in Serm künftig dazugehören wird ist so sicher wie das Armen in der Kirche.

Das Festzelt wurde da zum Heißluftballon, als die Damen richtig Gas gaben. Hier ist alles restlos handgemacht. Das Rezept des Erfolges der Isartaler Hexen. Musikalisches Können, Charme, Natürlichkeit und Ausstrahlung und - die Chemie untereinander stimmt perfekt. 

„Wenn die nicht passt, dann kann auch die Musik beim Publikum nicht ankommen.“ Da sind sich die Musikerinnen einig. 

„Die Anfragen für die Band gehen schon bis 2014,“ so Bandleaderin Ulla Vater. Doch nicht ohne Stolz verkündeten die „Sebastianer“ aus Serm, das die „Hexen“ auch im kommenden Jahr wieder dabei sein werden. 

Das musikalische Zwischenspiel der Sermer Musikvereine war ebenfalls von Applaus gekrönt. Ganz besonders als der „Badenweiler Marsch“ erklang. 

Der Eindruck eines zünftigen Oktoberfestes wurde durch die deftigen, bayrischen Schmankerln mit Leberkäse und Brezeln, wiederum servierte durch die Firma Litzner, vollkommen. Und wie viele Maßkrüge und „Halbe Maß“ des süffigen Oktoberfestbieres durch Festwirt Karl-Heinz Oellers in das Zelt getragen wurden, lässt sich nur erahnen. Unterm Strich waren es rund 75 Hektoliter.

Die Besucher gaben hierfür nochmals stehen Applaus und werden auch im kommenden Jahr wieder dabei sein. Da heißt es auch in diesem Jahr wieder: „Karten rechtzeitig bestellen und einen der 222 Tische bereits jetzt reservieren!“

 

Harald Molder - Quelle